Die Fakten über Abhängigkeit - Teil IV

Die Abwärtsspirale

Schuldgefühle und Frust gehen mit Drogen- und Alkoholabhängigkeit einher. Trotz der Versuche, ihre wahren Gefühle wie Schmerz und Versagen zu verstecken, kommen die meisten Abhängigen an den Punkt, darüber zu sprechen, wie sie sich wirklich über Ihr Leben fühlen. Sie fühlen sich miserabel.

Wie konnte das passieren? Ausgehend von dem jungen Mann, dem es im Grunde gut geht. Er hat Ziele im Leben und versucht das Richtige zu tun. Dann beginnt er Drogen zu konsumieren, beginnt zu lügen, kränkt Familie und Freunde, wird auf der Arbeit nachlässig und tut viele andere Dinge, die sich negativ auf sein Leben auswirken.

Die falschen Entscheidungen oder Unehrlichkeiten bleiben in der Erinnerung des Abhängigen haften. Jede Erinnerung beinhaltet die Umstände - wer beteiligt war, der Zeitpunkt der Tat oder Unehrlichkeit, wo sie stattfand und was die Auswirkungen davon waren. Der Abhängige weiß, dass es falsch ist diese Dinge zu tun, weil er im Grunde gut ist. Er wird sich deshalb schlecht oder schuldig fühlen.

Diese Schuldgefühle häufen sich immer mehr an. Wenn er dann die Personen sieht, denen er etwas angetan hat oder die er belogen hat, erinnert er sich und bekommt Schuldgefühle.

Die falschen Entscheidungen und Unehrlichkeiten haben einen "Schneeball-Effekt", da sie den Abhängigen immer wieder dazu zwingen, weitere Lügen zu erzählen. Angehörige, Freunde oder Mitarbeiter, die angelogen oder betrogen worden, werden zum "Auslöser" der Erinnerungen und rufen bei dem Abhängigen Schuldgefühle und Antagonismus hervor. Die Angehörigen oder Freunde müssen noch nicht einmal etwas sagen. Alleine sie zu sehen kann die Schuldgefühle auslösen. Da dieses sehr unangenehm ist, drängt es den Abhängigen dazu, mehr Drogen zu konsumieren, um dieses unerwünschte wieder Gefühl loszuwerden.

Je mehr Fehltritte der Abhängige begeht, desto mehr wird er sich von seinen Freunden und der Familie zurückziehen, bis hin zur kompletten Isolation. Er wird kritisch gegenüber denen, die ihn lieben.

Der Abhängige ist in seiner Grundpersönlichkeit gut. Er zieht sich von denen, die ihn lieben zurück, in dem Versuch, sich vor weiteren schädlichen Handlungen ihnen gegenüber zurückzuhalten.

Mit der Zeit werden die Menge und die Last der Schuld größer, bis er sich schließlich nur noch "gut" fühlt, wenn er Drogen konsumiert.

Das Leben des Abhängigen wird immer komplizierter. Vielleicht betrügt er seine Frau, während er auf Drogen ist. Oder er wird inhaftiert, weil er gegen das Gesetz verstößt. Er meldet sich auf der Arbeit sehr oft krank, weil er einen Kater hat oder er verkauft Drogen um seinen eigenen Konsum zu finanzieren. Es ist nun noch schwieriger den Konsum zu beenden, da er mit so vielen Problemen konfrontiert ist. Trotzdem wird es immer wieder Momente geben in denen er sieht, wie falsch sein Leben aufgrund der Abhängigkeit läuft.

Er wird wieder entscheiden, dass er den Konsum beenden und sein Leben in den Griff bekommen muss.

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